Der Namensgeber
unserer Schule.

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Dr. Heinrich Hoffmann wurde 1809 in Frankfurt am Main geboren, wo er 1894 auch starb. Er studierte Medizin in Heidelberg und Halle an der Saale. Hoffmann wurde durch sein Kinderbuch „Der Struwwelpeter”, das er 1844 für seinen dreijährigen Sohn Carl zu Weihnachten malte und textete, weltberühmt. Es gilt als eines der am weitest verbreiteten Kinderbücher und wurde in über 30 Sprachen übersetzt, u.a. von Mark Twain.

Auch wenn die im „Struwwelpeter” angedrohten drakonischen Strafen für kindliche Unarten wie Zündeln, Daumenlutschen, Träumen und Kippeln aus moderner pädagogischer Sicht nicht zu vertreten sind, übermittelt der „Struwwelpeter” dennoch wichtige Botschaften über 160 Jahre hinweg.

Zum einen verstehen sich einige Geschichten als Warngeschichten vor damals sehr aktuellen Gefahren. Die drakonische Strafe des Daumenabschneidens wird als Warnung verständlich, wenn man bedenkt, dass die vorindustriellen Städte über keinerlei Kanalisation verfügten, so dass Krankheitserreger, insbesondere Choleraerreger, sich unter den Fingernägeln ansammelten. Paulinchen warnt vor den erst jüngst erfundenen Streichhölzern und den von ihnen ausgehenden Gefahren.

Zum anderen werfen die Geschichten ein Bild auf den Autor selber. Er erscheint als ein Mensch, der mit offenen Augen seine Umwelt wahrnimmt und der Stellung bezieht. Gegen Gewalttäter und für die Opfer in der „Geschichte vom bösen Friederich”, in der die geschlagene Kreatur sich zur Wehr setzt. Für, wir würden heute sagen „Mobbingopfer” und gegen Rassismus in „Die Geschichte vom schwarzen Buben”. 

Diese Grundeinstellung spiegelt sich auch im Lebensweg Heinrich Hoffmanns, der sich intensiv am politischen Geschehen des Vormärz beteiligte und der 1848 als überzeugter Demokrat im Vorparlament der Paulskirche saß. Hoffmann engagierte sich auch beruflich, als Rektor der „Anstalt für Irre und Epileptiker” von 1851-1888, in der Umgestaltung dieser Einrichtung zu einer „modernen” psychiatrischen Anstalt. Dort richtete er als einer der ersten überhaupt auch eine Abteilung für psychisch kranke Kinder ein.

Im „Struwwelpeter”, insbesondere in „Die Geschichte vom Suppen-Kasper”, „Die Geschichte vom Hans Guck-in-die-Luft” und in „Die Geschichte vom Zappel-Philipp” wird dieses Interesse an, wir würden heute sagen, Kindern mit psychiatrischen Störungsbildern, deutlich.

Weiterführende Literatur: G. H. Herzog u.a. (Hrsg.): Heinrich Hoffmann, Leben und Werk des Struwwelpeter-Vaters in Texten und Bildern, Insel- Verlag, 1995